Wissenswertes
Waldagility
Eine tolle Möglichkeit seinen Hund auch auf den Spaziergängen körperlich zu fordern ist „Wald-Agility“. Das Körpergefühl und die Geschicklichkeit deines Hundes werden verbessert und zudem stärken solche gemeinsamen Aktivitäten die Bindung zwischen Hund und Halter. Wichtig ist aber natürlich auch hier, wie immer bei Spaziergängen im Wald auf Flora und Fauna Rücksicht zu nehmen und Leinenpflicht sowie auch Brut- und Setzzeiten der Wildtiere zu beachten.
Beschäftigung ohne viele Geräte
Den Begriff „Agility“ kennen einige wahrscheinlich aus dem Hundesport und verbinden es direkt eher mit einem Hundeplatz und vielen verschiedenen Geräten, die benötigt werden, um einen ganzen Parcours zu erstellen, den der Hund in Windeseile durchlaufen soll.
Aber warum nicht einfach mal alles nutzen, was die Natur uns auf unseren Spaziergängen so bietet? Jeder Baum, ob stehend oder umgefallen, jede Baumwurzel, jeder Stamm oder große Stein kann fürs Wald-Agility genutzt werden. Besonders nach den ganzen größeren Stürmen in den letzten Jahren, liegen in unseren Wäldern überall noch genügend Hindernisse auf den Wegen, die man erklimmen oder unter denen man durch kriechen kann.
Anders als beim üblichen Agility kommt es bei der Waldvariante aber nicht auf Schnelligkeit an. Lasse deinenHund ruhig langsam über die Hindernisse klettern und balancieren, sodass er sich vollends auf den Untergrund konzentrieren und Schritt für Schritt gehen kann. Sei dabei besonders in den Anfängen oder bei z.B. besonders schmalen Baumstämmen, über die der Hund balancieren soll, als Stütze an der Seite deines Hundes. Auch dies ist wieder ein wichtiger Punkt bei der Stärkung der Bindung und des Vertrauens zwischen dir und deinem Hund, denn so lernt er, dass du ihm in schwierigen Situationen Halt gibst
.

Auf den einzelnen Hindernissen kann man dann auch super bereits vorhandene Signale abfragen: schafft es der Hund sich auf den schmalen Baumstamm zu setzen oder gar zu legen? Kann er auf dem Stein sitzend ein Pfötchen geben? Kann er unter einem abgefallenen Ast durchkriechen? Was auch immer ihr Hund an Signalen und Tricks beherrscht lässt sich evtl. auch in verschiedensten Situationen und auf verschiedensten Untergründen durchführen. Aber Achtung: Denke daran, diese gemeinsame Aktivität soll dir und deinem Hund Spaß machen. Versucht dein Hund also einige Male sich z.B. auf den Baumstamm zu setzen, traut sich aber einfach nicht, weil es zu wackelig oder zu schmal ist, dann lobe den Versuch und probiere es halt beim nächsten Gang nochmal.
BONUS: aufmerksamer Hund
Je geschickter der Hund wird und je besser er die Wortsignale zu den einzelnen Übungen beherrscht, wie z.B. „Hopp“ für das springen auf einen Baumstumpf o.ä. oder „rum“ für das umrunden eines Baumes, umso mehr kann man auch mal auf Distanz arbeiten, d.h. ich muss meinen Hund nicht mehr ganz ans Hindernis heranführen, sondern kann aus einiger Entfernung auf den Baum zeigen, den der Hund umrunden soll und ihn mit entsprechendem Signal losschicken. Die Arbeit auf Distanz, aber auch generell die gemeinsamen Aktivitäten führen meist dazu, dass die Hunde viel aufmerksamer werden auf den Spaziergängen und immer mal wieder schauen, ob ihr Menschen nicht gleich wieder eine tolle Aktion mit ihnen startet. Macht den Hunden das Ganze so richtig Spaß kann man auch oft erleben, dass sie sich die Hindernisse, an denen sie schon einmal mit dir eine Übung gemacht haben merken und sie bei den nächsten Spaziergängen ganz selbstständig erklimmen und dich in Erwartung freudestrahlend anschauen.
Beim Wald-Agility darf alles mit Bedacht beklettert werden.

Üben, üben, üben...
Es ist übrigens noch kein Meister vom Himmel gefallen: Zeigt dein Hund nicht gleich beim ersten Mal eine riesen Geschicklichkeit, bitte nicht gleich aufgeben. Körpergefühl und Gleichgewichtssinn kann man trainieren und durch ständiges Üben weiter ausbauen. Am Ende bringt es deinem Hund nicht nur beim Wald-Agility was, sondern auch in alltäglichen Lebenssituationen, wenn er z.B. eine unbekannte steile Treppe mit dir hinauf steigen oder über eine Brücke laufen soll. Je mehr er sich in neuen Bewegungen und Abläufen üben kann und vor allem sie mit dir zusammen auf positive Art und Weise kennen gelernt hat, umso leichter wird er dir dann auch im Alltag vertrauen und neue Herausforderungen mit dir gemeinsam meistern.
Hier nochmal einige Beispiele, welche Hindernisse und Übungen ihr beim Wald-Agility wie nutzen könnt:
Bäume
- Umrunden
- mit den Vorderpfoten dran hoch strecken
Umgefallene Baumstämme
- drauf springen, hinüber balancieren
- sitzen/liegen auf dem Stamm
- Vorderpfoten auf dem Stamm- Hinterpfoten am Boden und so den Stamm entlang laufen
- Hinterpfoten auf dem Stamm, Vorderpfoten am Boden
Baumreihen
- Slalom
Baumwurzeln
- hinüber klettern
- darauf sitzen/liegen
- ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. Pfote geben o.ä., umrunden
Sitzbänke
- drauf springen
- drüber balancieren
- über die Banklehne springen (je nach Höhe der Bank und Größe und Fitness des Hundes)
- Bank umrunden
- darunter her kriechen
- darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. den Diener (Vorderhand des Hundes am Boden, Popo des Hundes in der Luft)
Steine/Baumstümpfe
- drauf springen
- umrunden
- darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. die Vorderpfoten auf den Baumstumpf und die Hinterhand des Hundes bewegt sich einmal komplett im Kreis um den Stumpf herum
Heruntergefallene Äste
- drüber springen
- darunter her kriechen
- Äste selbst sammeln und wie eine Leiter in einigen Abständen hintereinander legen und den Hund darüber laufen lassen (fördert Koordination und Geschicklichkeit)
Tunnel, z.B. durch Bachläufe
- auf Signal hindurch laufen (lieber nur kurze Tunnel nutzen und prüfen ob der Tunnel groß genug ist und der Hund ohne Probleme durch passt und sich auch darin drehen könnte)

